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Vor vier Tagen gingen die olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo zu Ende. Viele V’s: Vielfalt, viele, vier. „V“ wie Victory! Nach vier Tagen also Zeit, ein Vazit, nein: Fazit der Vielfalt zu ziehen – um einen Ausdruck unserer Zeit, den Begriff der Stunde zu nennen. Vielfalt in aller Munde, ob im Gebrauch oder der Verwendung aus Wut bzw. Freude, aus Empörung oder aus einer Haltung der Hoffnung.

Die Regenbogenfahne wehte, nichts anderes symbolisierten die vier olympischen Ringe, über Mailand und Cortina. Die Spiele standen wie immer für Diversität und gesellschaftliche Offenheit – theoretisch. Vielfalt ist zu einem zentralen Leitbegriff geworden – präsent in öffentlichen Kampagnen, Imagefilmen und offiziellen Reden. So repräsentieren auch die fünf Ringe mit ihren Farben den Anspruch auf internationale Gemeinschaft.

Ein Blick auf die Bilder aus Italien zeigte jedoch eine homogene Zusammensetzung der Teilnehmenden und des Publikums. Dies wirft Fragen nach der sozialen und kulturellen Breite der Winterspiele auf. Wintersportarten wie Skifahren, Skispringen oder Eiskunstlauf sind mit erheblichen infrastrukturellen und finanziellen Voraussetzungen verbunden. Trainingsmöglichkeiten, Ausrüstung und Zugang zu entsprechenden Anlagen sind kostenintensiv und setzen bestimmte wirtschaftliche Rahmenbedingungen voraus. Entsprechend stammen viele Athletinnen und Athleten aus Regionen und sozialen Kontexten, in denen diese Bedingungen gegeben sind.

Zudem stehen ökologische Aspekte im Fokus der öffentlichen Diskussion. Der Einsatz künstlicher Beschneiung, bauliche Eingriffe in alpine Landschaften und Maßnahmen zum Erhalt von Gletschern verdeutlichen den erheblichen organisatorischen und technischen Aufwand, der mit der Durchführung moderner Winterspiele verbunden ist. Diese Maßnahmen sind Teil eines Spannungsfeldes zwischen sportlicher Großveranstaltung, wirtschaftlichen Interessen und Umweltverantwortung.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit die Olympischen Spiele ihrem historischen Anspruch noch gerecht werden, ein möglichst breites und vielfältiges Abbild der internationalen Gemeinschaft zu sein. Die Diskrepanz zwischen symbolischer Darstellung von Vielfalt und den strukturellen Rahmenbedingungen der Winterspiele bleibt ein Thema, das über den sportlichen Wettbewerb hinaus gesellschaftliche Relevanz besitzt. Heute, in zwei Jahren zu den nächsten Sommerspielen. Und auch wieder in vier Jahren zum erneuten veltveiten Vinterspiel Event mit den vünf varbigen Ringen.