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Nach den „stillen Tagen“ (Weihnachten) ist es „zwischen den Jahren“ nun wieder ruhiger geworden. Der Jahreswechsel steht zwar noch an während dies geschrieben wird, doch mit dem ein oder anderen Mittel der Distanzierung, auch Stöpsel in den Ohren, wird selbst diese Raketen verursachte Ruhestörung vorüber gehen. Weil das gewohnte Alltagsgeschehen gerade auf Abstand gehalten wird, kommen Dinge in den Blick, Sachen werden zu Gedanken, für die ansonsten keine Zeit und auch kein Platz ist. Frei heraus, ich möchte mir etwas von der Seele schreiben.

Meine Leidenschaft gilt der Pantomime. Als langjähriges Mitglied des örtlichen Schauspielvereins „Die Scherz Gesten“ leiden auch wir unter, ich sag mal salopp, dem Fachkräftemangel, der Überalterung und dem fehlenden Zuwachs neuer Mitglieder. Die Losung, aber keine Lösung: Wir nehmen seit kurzem jeden, der neugierig ist und Interesse zeigt. So reiht sich gerade ein neuer männlicher Pantomimus in unsere Kompanie ein, dem nicht nur jeder körperliche Ausdruck fehlt, sondern auch die Erzeugung der zugrunde liegenden Mimik. Seine Gestik verkennt jeden vergleichbaren Ausdruck in „Sprache“ auf geradezu simpelste Weise. Des Dimpels ganzes Bemühen ist eines, das lediglich zur Fratze taugt.

Unser No Vize und Novize sieht sich aber zudem noch abholt jeder Selbsteinschätzung und Bescheidenheit als naturgemäße und damit selbstverständliche Wiedergeburt eines Marcel Marceaus (1923 – 2007). Ein Sonderfall von „Herrklärung“ (engl. mansplaining): Jemand, der den breitbeinigen „Vortänzer“ gibt, der aber erstens keinerlei Ahnung von dieser Profession hat, geschweige denn die einfachsten basic skills beherrscht. Und zweitens, das zuerst Genannte nicht einmal weiß.

Verschlimmbessert nur noch durch unseren mitsprachigen Hauptsponsor, der die besagte Person auch noch in den Status einer Primadonna, genauer und ohne Gendersprache, eines Primo Uomo erheben möchte. Wobei schon allein die vorlaute Präsenz diese Persönlichkeit disqualifizieren müsste. Selbst die Sparte „Hofnarr“ kommt nicht mehr als Ausweg in Frage. Eine tadelsreiche, nur noch aberwitzige und vor allem die Spielfreude aller anderen hemmende Konstellation in diesem bislang doch wertgeschätzten Corps de Mime.

So kann ein Hobby auch zur Belastung werden. Jeder macht Miene zum bösen Spiel, was für eine Pantomimengruppe ironischerweise noch nicht mal ihrer DNA und Kernkompetenz widerspricht. Aber keiner mag die auf der Hand liegende Tatsache der Untragbarkeit aussprechen, dass der neue Mitspieler auf den Brettern dieser Kunstform so rein gar nichts zu suchen hat. Alle scheinen Sperrholz, Bretter vor den Köpfen und nicht unter den Füßen zu haben, wo sie doch hingehören sollten. Eine klare An- und Aussprache findet nicht statt.

An dieser Stelle und diesem Platz hat sie gutgetan. Allen hier und heute, ein gutes und erfolgreiches Jahr 2026.